diakonissen

Im Wandel der Zeiten

1844

Sophie von Wurstemberger gründete mit Freundinnen, die in einem Krankenverein organisiert waren, in einer Vierzimmer-Wohnung an der Aarbergergasse 36 ein Krankenasyl. Sie wurde zur Hauptverantwortlichen und zur Mutter des Asyls bestimmt.
Wie ihre Freundinnen gehörte Sophie dem Berner Patriziat an. Sie war die Tochter des Obersten und Landvogts Johann Ludwig von Wurstemberger und seiner Frau Sophie, geborene Gräfin de Larrey. Es gehörte damals zu den Aufgaben höherer Töchter, Krankenbesuche zu machen. Das Engagement von Sophie von Wurstemberger ging jedoch weit über das früher Übliche hinaus. Sie versuchte, aus ihrer Spiritualität heraus den Notleidenden zur Seite zu stehen und ihnen den christlichen Glauben zu vermitteln.

Sophie von Wurstemberger

Sophie von Wurstemberger

Aarbergergasse

Aarbergergasse 36

Leiterwagen

Gesammelter Hausrat für das Krankenasyl

1845 – 1855

Sophie begann, erste Diakonissen auszubilden. Von der Aarbergergasse erfolgten Umzüge des Krankenasyls an die Brunngasse und an die Nydegglaube. 1853 konnte mit zwei Diakonissen die erste Station ausserhalb des Hauses – die Kinderstube im Inselspital – übernommen werden. Für Sophie war es als Frau nicht einfach, das kleine Werk, das immer wieder kritisiert wurde, zu leiten.
Am 6. März 1855 heirateten Sophie von Wurstemberger und Friedrich Dändliker, Bauernsohn, Lohgerber und Geschäftsmann. Die Heirat gab wegen des Standesunterschiedes viel zu reden. Sophie verstand diese jedoch als Führung Gottes. Die Hauptverantwortung über das Krankenasyl, dem mittlerweile sieben Diakonissen angehörten, teilte sich Sophie nun mit ihrem Ehemann.

Brunngasse Quer

Brunngasse

Kinderbetreuung

Kinderbetreuung

Daendliker

Joh. Friedrich Dändliker

 

1856 – 1878

Das Werk wuchs. 1860 wurde der Krankenverein aufgelöst und die Leitung an das Ehepaar Dändliker übergeben. Diakonissen wurden nicht mehr nur zur Privatpflege herangezogen, sie wirkten auch in öffentlichen Spitälern. Mit dem Kauf verschiedener Gebäude wurde der heutige Standort am Altenberg gegründet. 1875 erhielt das Werk die Rechtsform einer Stiftung.
1878 starb Sophie im 69. Altersjahr. Das Werk umfasste bei ihrem Tod 84 Diakonissen. Als gut ausgebildete Krankenschwestern waren sie begehrte Arbeitskräfte. Am Ende ihres Lebens fand Sophie, das Werk sei gross genug. Es war nicht ihre Absicht gewesen, ein Sozialwerk zu gründen. Ihr Verdienst war die Förderung der Krankenpflege, des Gesundheitswesens und der sozialen Fürsorge. Als Pädagogin leistete sie einen Beitrag zur Bildung der Diakonissen. Mit ihrem Einsatz trug sie wesentlich zur Frauenförderung der damaligen Zeit bei.

Begründung Standort am Altenberg

Begründung Standort am Altenberg

Spitalpflege

Spitalpflege

Privatpflege

Privatpflege

 

1879 – 1921

Zwei Jahre nach Sophies Tod heiratete Friedrich Dändliker deren Freundin Jenny Schnell. 1888 erfolgte die Einweihung des Salem-Spitals als Ausbildungsspital, sechs Jahre später der Baubeginn eines zweiten Flügels. 1900 starb Friedrich Dändliker, ein Mann mit enormer Schaffenskraft.
Mit Umsicht und Tatkraft führte Jenni Dändliker-Schnell nach dem Tod ihres Gatten, unterstützt von einem Pfarrer und einem Komitee, das Werk weiter. 1909 begann der Bau des Neu-Wartheims anstelle des Alt-Wartheims. Das neue Haus wurde zum Mutterhaus der Diakonissen.
1916 starb Jenny Dändliker-Schnell, und das Werk geriet in eine Krise. Es folgte ein Interregnum mit einer Diakonisse als Hausmutter und einem Vorsteher. Vorausschauend wurde 1920 ein Alters- und Invalidenfonds der Diakonissen zur Gewährleistung der Altersfürsorge errichtet.

Ehepaar Dändliker-Schnell

Ehepaar Dändliker-Schnell

Salem-Spital

Salem-Spital

Diakonissen-Mutterhaus Neu-Wartheim

Diakonissen-Mutterhaus Neu-Wartheim

1922 – 1944

1922 wurde Sr. Auguste Oehler als erste Oberin und als Mitglied der Direktion eingesetzt. Sie war für das Wohl, die Seelsorge und den Unterricht der Schwestern verantwortlich. Im Diakonissenhaus herrschte Wohnungsnot, weil in den sechs Jahren nach dem Ersten Weltkrieg über 200 Schwestern eintraten. Die Liegenschaften Sarepta, Belvoir und Oranienburg wurden erworben; sie dienten vorerst als Schwesternunterkunft. 1933 erfolgte die Eröffnung der Schule für Allgemeine Krankenpflege im Stürlerhaus. Die Krankenpflege-Ausbildung der Stiftung wurde im gleichen Jahr vom SRK anerkannt. Vermehrt wurden Krankenschwestern ausgebildet, die nicht als Diakonissen eintraten. Gleichzeitig erreichte das Werk seine grösste Ausdehnung: 1934 arbeiteten 1058 Diakonissen in 164 Stationen. Viele Schwestern leisteten während des Zweiten Weltkrieges Aktivdienst in Militärsanitäts-Anstalten.

Sr. Auguste Oehler

Sr. Auguste Oehler

200 neue Schwestern in sechs Jahren

200 neue Schwestern in sechs Jahren

Vom SRK anerkannte Krankenpflegeausbildung

Vom SRK anerkannte Krankenpflegeausbildung

1945 – 1990

Nach dem Krieg veränderte sich vieles. Die Gesellschaft befand sich im Umbruch. Überall suchte man Arbeitskräfte. Jeder jungen Frau stand es offen, einen Beruf zu erlernen. Das kirchliche Leben verflachte. Weniger junge Frauen traten als Diakonissen ein. Das Diakonissenhaus musste Arbeitsgebiete aufgegeben und Stationen schliessen.
1951 erfolgte die Einweihung der Kirche auf dem Stiftungsgelände und 1959 die Eröffnung der Schule für Praktische Krankenpflege. Liegenschaften wie das Belvoir, die Oranienburg, der Blumenberg wurden abgebrochen und neu gebaut, um Wohnraum für Schwestern zu schaffen, die im Ruhestand von den Aussenstationen nach Bern zurückkehrten. Das Mutterhaus wurde total saniert, das Haus Altenberg neu erstellt. In den achtziger und neunziger Jahren mussten zahlreiche Aussenstationen geschlossen werden; es erfolgte eine Konzentration auf den Standort Bern.

Mehr „freie“ Schülerinnen

Mehr „freie“ Schülerinnen

Diaconis-Kirche

Diaconis-Kirche

Konzentration auf den Standort Bern

Konzentration auf den Standort Bern

1991 – 2013

Immer mehr weltliche Mitarbeitende übernahmen Aufgaben der Schwesterngemeinschaft. Es entstanden neue Arbeitszweige – das Beschäftigungsprogramm für Erwerbslose (heute Berner Stellennetz) und die Station für Palliative Therapie (heute Palliative Care). Ehemalige Schwesternheime wurden saniert und als Arztpraxen, Pflegeheime und Seniorenresidenz genutzt. 2002 verkaufte die Stiftung das Salem-Spital an die Hirslanden-Gruppe. 2005 schlossen sich die Diakonissengemeinschaften Siloah Gümligen und Bern zusammen. Die Berufsschule für Pflege Am Altenberg wurde 2007 ins Berner Bildungszentrum Pflege integriert und die ehemalige Pflegeschule 2012 zum Haus der Reformierten Kirchen BE-JU-SO umgebaut. 2011 erfolgte die Neupositionierung der Stiftung unter dem Namen Diaconis. 2013 wurde Wohnen – Pflege Altenberg nach einer umfassenden Renovation wieder eröffnet. Im gleichen Jahr zog die StadtCommunität Don Camillo ins Mutterhaus ein.

Berufliche Integration von Migranten

Berufliche Integration von Migranten

Vereint: Berner und Gümliger Schwestern

Vereint: Berner und Gümliger Schwestern

Don Camillo-Nachwuchs und Diakonisse

Don Camillo-Nachwuchs und Diakonisse

2014 – heute

Die Zeiten wandeln sich und wir uns mit ihr. Das gilt auch für Diaconis. Neues wird in Angriff genommen, das Morgen gestaltet. 2017 erreichte die letzte Diakonisse das Ruhestandsalter. 2019 darf das Werk 175 Jahre diakonisches Handeln feiern.
Für uns Diakonissen bedeutet dies nicht nur, dankbar auf Vergangenes zurückzublicken. Es gilt auch loszulassen und uns Aufgaben zuzuwenden, die sich neu stellen. Wir lernen das Älterwerden in Würde, was bedeutet, selber Hilfe anzunehmen. Nun steht nicht mehr der Dienst, sondern das unterstützende Miteinander in der Gemeinschaft im Vordergrund, die Begleitung auch auf dem Weg des Abschiednehmens. Dabei teilen wir das Leben im Heim ebenfalls mit anderen Mitbewohnern und Mitbewohnerinnen. Kraft dazu finden wir im gemeinsamen gottesdienstlichen Leben.

Unterstützendes Miteinander

Unterstützendes Miteinander

Gemeinsam Gottesdienst feiern

Gemeinsam Gottesdienst feiern

Feiern und Leben teilen mit Mitbewohnern

Feiern und Leben teilen mit Mitbewohnern

Schwesterngemeinschaft Diaconis
Schänzlistrasse 43, 3013 Bern
T 031 337 77 35
F 031 337 77 63
dorothea.marti@diaconis.ch

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